Evaluationsbericht zur ETS-Übung veröffentlicht

Der Evaluierungsbericht zur jüngsten deutsch-niederländischen grenzüberschreitenden Katastrophenübung in unserer Region wurde veröffentlicht. Die Übung am 27. Mai 2026 hat vor allem gezeigt, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von den verfügbaren Kapazitäten, dem zeitnahen Informationsaustausch und der Kenntnis der jeweiligen Arbeitsweisen abhängt. Die niederländischen und deutschen Einsatzkräfte kommunizierten während der Übung gut miteinander; die Erfassung von Patienten, die über die Grenze gebracht werden, bleibt jedoch ein Schwerpunkt.

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Weitere Erkenntnisse betrafen die Unterschiede zwischen den Niederlanden und Deutschland bei den Systemen zur Erfassung von Krankenhauskapazitäten. In Nordrhein-Westfalen wird hierfür IG NRW eingesetzt, ein digitales System, in dem verfügbare Behandlungskapazitäten und angemeldete Patienten erfasst werden. In den Niederlanden fragt die Leitstelle die Kapazitäten telefonisch bei den Krankenhäusern ab. Bei deutschen Krankenhäusern erfolgt der Informationsfluss aus der Leitstelle zudem überwiegend in eine Richtung. Während der Übung trafen in einzelnen Fällen bereits Patienten in deutschen Krankenhäusern ein, bevor dort ausreichende Informationen über das Einsatzgeschehen vorlagen. Für grenzüberschreitende Ereignisse sind daher eindeutige Vereinbarungen erforderlich, wer welche Informationen zu welchem Zeitpunkt weitergibt.

Rettungshubschrauber

Auch bei den Verfahren zur Einsatzeskalation bestehen Unterschiede. Im niederländischen GGB-System (Grootschalige Geneeskundige Bijstand, großangelegte medizinische Hilfeleistung) wird ein Rettungshubschrauber bei entsprechender Hochstufung automatisch alarmiert. Bei einer deutschen MANV-Lage (Massenanfall von Verletzten) erfolgt die Alarmierung des Rettungshubschraubers nicht automatisch.
Bei der Verteilung von Patienten ist die verfügbare Kapazität der Notaufnahme ein Faktor neben weiteren maßgeblichen Ressourcen. Dazu gehören insbesondere die Kapazitäten auf der Intensivstation, in den Operationssälen sowie die Verfügbarkeit der erforderlichen fachärztlichen Expertise. Diese Faktoren bestimmen gemeinsam die tatsächliche Aufnahmekapazität eines Krankenhauses.
Darüber hinaus wurde deutlich, dass die Krankenhäuser unterschiedliche Triage-Systeme einsetzen, also unterschiedliche Verfahren zur Festlegung der Behandlungsdringlichkeit von Patienten. Die Übung bot die Möglichkeit, diese Verfahren miteinander zu vergleichen und die Patientenströme weiterzuentwickeln. Dazu gehören unter anderem die gesonderte Aufnahme leicht verletzter Patienten und von Selbstvorstellern.

An der grenzüberschreitenden ETS-Übung nahmen folgende Organisationen teil: GHOR Twente, GHOR Noord- en Oost-Gelderland, Landkreis Grafschaft Bentheim, Kreis Borken, Witte Kruis, Ambulance Oost, St. Marien-Krankenhaus Ahaus, St. Agnes-Hospital Bocholt, St. Marien-Hospital Borken, St. Antonius Hospital Gronau, Medisch Spectrum Twente (MST) und Streekziekenhuis Koningin Beatrix (SKB). Zu den rund 50 Teilnehmenden gehörten operative Führungskräfte, Leitstellendisponenten, Notfallsanitäter aus dem Rettungsdienst, Pflegekräfte der Notaufnahmen sowie Fachärztinnen und Fachärzte.

Arbeitsvereinbarungen

Am 27. Mai 2026 unterzeichneten die niederländischen und deutschen Partnerorganisationen die „Arbeitsvereinbarungen zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit – medizinische Hilfeleistung bei Großschadensereignissen, Katastrophen und/oder Krisensituationen“. Darin ist geregelt, wie die Zusammenarbeit erfolgt, wenn Organisationen aus einem Land im Nachbarland Unterstützung leisten. Die Vereinbarungen legen fest, wie registriert wird, welche Patienten in Krankenhäuser jenseits der Grenze transportiert werden, wie die Leitstellen telefonisch miteinander kommunizieren, welche operativen Führungskräfte zur Einsatzstelle entsandt werden und wie sie vor Ort Zugang zu den Funkgeräten des Nachbarlandes erhalten. Zudem wurde vereinbart, dass Rettungsmittel aus dem unterstützenden Land möglichst unmittelbar zur Einsatzstelle fahren. Grundlage der Vereinbarungen sind die Erfahrungen aus den grenzüberschreitenden Übungen, die seit 2022 zweimal jährlich stattfinden.

Die grenzüberschreitende Arbeitsgruppe Krisenmanagement nutzt den weiteren Jahresverlauf zur Vorbereitung der nächsten grenzüberschreitenden Übung im Januar 2027. Diese wird als interaktive Dialogveranstaltung durchgeführt.

Die grenzüberschreitenden ETS-Übungen werden zweimal jährlich im Rahmen des kontinuierlichen grenzüberschreitenden Übungsprogramms organisiert. Das übergeordnete Ziel besteht darin, niederländische und deutsche Gesundheits- und Rettungsdienste gemeinsam bei der medizinischen Hilfeleistung bei einem Großereignis üben zu lassen. Im Mittelpunkt stehen dabei Abstimmung, Koordination, Zusammenarbeit, Kommunikation und Entscheidungsfindung sowie die Organisation gegenseitiger Hilfe, die Verteilung der Verletzten auf Krankenhäuser auf beiden Seiten der Grenze und die Bewältigung eines großen Zustroms von Opfern.

Ansprechpartner

Robin Schär
Beleidsadviseur Crisisbeheersing & OTO
Bureau Acute Zorg Euregio

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  • Crisisbeheersing en OTO heeft als doel de zorgorganisaties binnen ons netwerk voor te bereiden op rampen en crises
  • Dossiers: Cyber/digitale ontwrichting, Grensoverschrijdende samenwerking, ETS, Vakbekwaamheid, CBRN, Terrorismegevolgbestrijding, Integraal crisismanagement
  • Expertgroepen: Cybercrisis

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Beleidsadviseur Grensoverschrijdende samenwerking en communicatieadviseur
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