Landesminister: herausragende Rolle von MST und AZE in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit
Am Freitag, den 13. Januar, war das Medisch Spectrum Twente (MST) Gastgeber für den Neujahrsbesuch der Gesundheitsregion Euregio. Dieser Verein mit Sitz in Neuenhaus, setzt sich für die Stärkung des Gesundheitswirtschaft in unserer Region ein. Namens MST ist dessen Vorstandsvorsitzende, Jan den Boon, Mitglied des Beirats der Gesundheitsregion Euregio. Das Bureau Acute Zorg Euregio unterstützte bei der Organisation des Besuchs.
Der Besuch stand zunächst im Zeichen des Ausscheidens von Rob Welten, Bürgermeister von Haaksbergen, als Mitglied des Beirats. In einer Videobotschaft lobte der niedersächsische Minister für Soziales, Dr. Andreas Philippi, das Engagement von Rob Welten für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. „Während Ihrer Zeit bei der Euregio hat sich im Bereich Gesundheid in dieser Grenzregion viel getan: Mehrere grenzübergreifende Projekte wurden erfolgreich durchgeführt“, so Dr. Philippi. Der Minister erwähnte insbesondere die grenzüberschreitende Notfallversorgung und die digitale Vorankündigung von grenzüberschreitenden Rettungsfahrten.
Digitale Lösungen
Philippi: “Der Blick über Landesgrenzen hinaus wird nicht nur in der Notfallversorgung, sondern in der Gesundheitsversorgung insgesamt immer wichtiger. Deshalb ist es wichtig, im engen Austausch zu bleiben. Ich denke da auch an die Potenziale digitaler Versorgungslösungen zum Wohle der Menschen, gerade in der Grenzregion. Der heutige Veranstaltungsort, das Medisch Spectrum Twente, hier in Enschede, sowie Acute Zorg Euregio, spielten und spielen dabei eine herausragende Rolle, letztere unter anderem als Leadpartner des Interreg-Projekts ‚PREpare, Rettung ohne Grenzen‚.“
In seiner Dankesrede rief Welten die Angehörigen der Gesundheitsberufe in der Region dazu auf, „sich an einer echten grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu beteiligen und das Potenzial zu nutzen“. Jan den Boon fügte hinzu: „Die Zusammenarbeit mit unseren deutschen Nachbarn bietet vielversprechende Perspektiven.“ Er wies jedoch auch darauf hin, dass es beim grenzüberschreitenden Informations- und Finanzierungsaustausch noch Hürden zu überwinden gibt.
Gesundheitssysteme im Vergleich
Das Treffen war eine gute Gelegenheit, den überwiegend deutschen Teilnehmern mehr Einblicke in die Entwicklungen des niederländischen Gesundheitssystems zu geben. Frans Blok, Geschäftsführer des Klinikums Osnabrück, stellte in seinem Vortrag einen Vergleich zwischen dem niederländischen und dem deutschen Gesundheitssystem an. In seinem Beitrag informierte Jan den Boon über die Zusammenarbeit zwischen den Krankenhäusern in unserer Region, mit besonderem Schwerpunkt auf der Onkologie.
Manon Bruens, Geschäftsführerin von Acute Zorg Euregio, erläuterte Gesamtabkommen für das Gesundheitswesen (IZA), die Regionalkonferenz für die Akutversorgung (ROAZ) und den regionalen Akutversorgungsplan. Schließlich sprach Hans Hutten vom IP & AMR Zorgnetwerk Euregio-Zwolle über die regionalen Bemühungen im Bereich der Infektionsprävention und der antimikrobiellen Resistenzen.
Entlang 3D-Labor und Hubschrauberlandeplatz
Zum Kennenlernen des MST standen den Teilnehmern mehrere Führungen zur Verfügung: So besuchten die Gäste das MST-Museum, die Notaufnahme, das 3D-Labor und den Hubschrauberlandeplatz.
Die Gesundheitsregion Euregio veranstaltete im vergangenen Jahr das EUREGIO Notfallsymposium, an dem der MST-Unfallchirurg Dr. Ralph de Wit mit einem Vortrag teilnahm. Eine zweite Edition dieses Symposiums ist für Oktober dieses Jahres geplant. „Eines der Musterbeispiele dafür, wie sich regional grenzüberschreitend Versorgung gestalten lässt“, so Thomas Nerlinger, Geschäftsführer der Gesundheitsregion Euregio.

