Schulung über den Umgang mit Patienten mit akuten psychiatrischen, psychischen und sozialpsychiatrischen Problemen

image_scholing.jpgWie sich gezeigt hat, erfahren Mitarbeiter der ambulanten Notfallhilfe und Fachpflegekräfte der Notaufnahme den Umgang mit Patienten, die ernsthaft psychisch erkrankt sind, als stark belastend.
Das Traumazentrum Euregio hat diese Schulung gemeinsam mit der niederländischen Organisation ‚Mediant geestelijke gezondheidszorg‘ aufgestellt. Mit der Schulung soll der Wissensbedarf des Pflegepersonals gedeckt werden und werden Vorgehensweisen bei der Diagnose, Behandlung und im Umgang mit Patienten, die akute psychiatrische, psychische und sozialpsychiatrischen Probleme haben, erläutert. Erkennen Sie sich in den nachfolgenden Praxisbeispielen wieder? Dann könnte diese Schulung für Sie und Ihre Kollegen durchaus interessant sein!

‚Ein Mann mit schmerzenden Füßen meldet sich in der Notaufnahme. Sie bitten ihn, im Wartezimmer Platz zu nehmen, worauf er empfindlich und gereizt reagiert. Aus dem nun folgenden Gespräch wird Ihnen klar, dass er eigentlich in sozialen Schwierigkeiten steckt, ein Suchtproblem aufweist und deswegen um Hilfe bittet. Es ist Abend und auf der Station ist nur ein Assistenzarzt der Chirurgie anwesend. Wie gehen Sie am besten mit diesem Patienten um, kann er vielleicht bis morgen wachten und welche Beratungsmöglichkeiten stehen Ihnen zur Verfügung oder können Sie den Patienten überweisen?’
‚Sie sind Fachpflegekraft der Notaufnahme und fahren bei einem psychotischen Patienten vor, der möglicherweise unter Alkohol- und Drogeneinfluss steht. Wie können Sie diesen Patienten verantwortungsgemäß und sicher in ein Krankenhaus bringen? Was bedeutet es für den Patienten, dass er von der Polizei begleitet wird oder dass er an die Trage fixiert werden muss?‘

‚Ein Patient, der mit Borderline (Persönlichkeitsstörung) in der Psychiatrie in Behandlung ist, taucht auf Ihrer Station auf. Der Patient fragt Sie ernsthaft um Hilfe. Sie kontaktieren den diensthabenenden Krankenpfleger des Krisendiensts und dieser teilt Ihnen mit, dass der Patient schon weiß, was er zu tun hat und sich wie vereinbart am Montag bei seinem Case-Manager melden kann. Wie gehen wir Fachkräfte mit so einer Nachricht um und wie überbringen wir diese dem Patienten?’

Zielsetzung

  • Anleitung im Umgang mit Personen, die unter ernsthaften psychischen Störungen leiden;
  • Erkennung von und Umgang mit bedrohlichen Situationen.

Ablauf der Schulung

Die Schulung beginnt mit einer Plenarsitzung, die von einem Psychiater der Einrichtung ‚Mediant GGZ‘ geleitet wird. Es werden diverse Fälle behandelt, wobei folgende Themen besprochen werden:

  • psychische Störungen und Verhaltensweisen, Erkennen und Taxieren von Signalen;
  • welchen Formen des Verwirrtseins können Sie begegnen und welche Fehler können Ihnen dabei unterlaufen?
  • körperliche Verletzungen als Folge einer psychische Erkrankung;
  • extreme Zerstreutheit von Unfallopfern, wie äußert sich diese und was sollten Sie unternehmen und was nicht?
  • Selbstmordverhalten;
  • Panikattacken.

Workshops

Die Kursisten haben die Gelegenheit, in drei Runden an drei Workshops à 40 Minuten teilzunehmen. Die multidisziplinaren Teilnehmer werden gleichmäßig über die Workshops verteilt, so dass sie auch voneinander lernen können. In den Workshops werden vor allem Kasuistiken als Leitfaden verwendet.

Workshop 1: J. Wieringa, Psychiater
Wie gehen Sie am besten mit stark gereizten Personen um (Drogen, Psychose, Alkoholmissbrauch, handeln aufgrund einer ängstlichen Persönlichkeit), welche juristischen Möglichkeiten und Einschränkungen (WGBO/BOPZ) stehen Ihnen zum Eingreifen zur Verfügung, wie handeln Sie am besten bei Panikattacken?
Workshop 2: Sozialpsychiatrischer Krankenpfleger (Krisendienst)
Transport (Rettungsdienst oder Polizei; fixiert oder freibleibend), verschiedene Ausdrucksformen des Verwirrtseins, welche Folgen hat die erzwungene Sedierung/Fixierung?
Workshop 3: Psychiatrischer Krankenpfleger (Stationsaufnahme)
Aufnahme und Behandlung von sowie Kommunikation mit aggressiven und verwirrten Patienten.
 

Datum und Uhrzeit

Datum: 17. Juni 2010
Uhrzeit: 18:00 – 20:30 Uhr (Einlass ab 17:30 Uhr)
Ort: Hotel „Van der Valk“ in Hengelo
Teilnehmerzahl: maximal 50 Personen
Kosten: Die Teilnahme ist für Fachkräfte, die Teil der Versorgungskette von ‚Acute Zorg Euregio‘ sind, kostenlos.
Informationen: Jan Semmekrot, Krankenpfleger der Notaufnahme und Stabsmitarbeiter in der Einrichtung „Acute Zorg Euregio“, Tel. +31 (0)53 487 37 27,
j.semmekrot@mst.nl
Anmeldung: siehe nachfolgendes Anmeldeformular
Anmeldeschluss: Sie können sich bis maximal zwei Wochen vor Trainingsbeginn anmelden.
Zielgruppe: Mitarbeiter des Rettungsdiensts, Hausärzte und Mitarbeiter der ambulanten Notfallhilfe, Mitarbeiter der Notaufnahme, Rettungsärzte und Krankenpfleger der Krankenhäuser (z.B. der Station Traumatologie)

 

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